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Historie
Ein Klassiker wird 40 Jahre alt
Der Melibokuslauf in Alsbach - ein Volkslauf mit besonderen Profil
Alsbach - In den Zeiten, als der Melibokuslauf seinen Anfang nahm, traf man sich noch
zum Waldlauf, heute geht man joggen. Am Wochenende nahm man damals an einem Volkslauf teil,
heute geht es zum City Run. Einer aber ist immer das geblieben, was er von Anfang an war:
Ein Waldlauf.
So hat sich der Melibokuslauf in Alsbach wacker gegen seine jüngere Konkurrenz aus den Städten
gehalten. Am 14. Juni 2009 veranstaltet der Turnverein 1898 Alsbach diesen Lauf zum vierigsten Mal
in Folge. Damit gehört er zu den ältesten Volksläufen in Deutschland, aber noch längst nicht zum alten
Eisen. Allen sogenannten modernen Einflüssen zum Trotz haben es die Alsbacher verstanden,
für ihren Melibokuslauf gute Traditionen zu bewahren. Vielleicht hat es deswegen seinen Stammplatz bei
vielen Läuferinnen und Läufern in ihren Terminkalendern behauptet, weil er schon etwas Besonderes ist mit seinen
anspruchsvollen Steigerungen auf den Schattigen Waldwegen. Trotz der im Vergleich zu Volksläufen in ebenen Gelände
höheren Anforderungen sind die vom Veranstalter "Turnverein 1898 Alsbach e. V.", angebotenen Strecken über 10 und
20 Kilometer natürlich bei entsprechender Vorbereitung auch für den normalen Freizeitläufer geeignet.
Treffpunkt der Läuferinnen und Läufer ist am Veranstaltungstag das Bürgerhaus Sonne. Dort erfolgt ab 8 Uhr bis kurz vor
dem Start um 10 Uhr die Ausgabe der Startnummern. Dann begeben sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zum etwa 500 Meter
entfernten Start- und Zielbereich im Sperbergrund. Der Start für die Läufe über zehn und zwanzig Kilometer erfolgt gemeinsam
um 10 Uhr.
Auch für die Mädchen und Jungen bietet der Verein am Tage des Melibokuslaufes Läufe an. Diese finden im Park der Asklepios Hirschparkklinik
statt und gehen von 440 bis 880 Meter. Für die Läufe der Schülerinnen und Schüler erwartet der Verein eine rege Teilnahme auch unter Beteiligung
von Schulklassen.
Otto Berner, der derzeitige und seinerzeitige Vorsitzende des Turnvereins und "Triebfeder" des Melibokuslaufs,
der damalige zweite Vorsitzende, Rolf Rückert, und der unvergessene Otto Schaffner organisierten den ersten Melibokuslauf,
der am 21. Juni 1970 stattfand. Mit dieser Veranstaltung betraten sie damals Neuland im Breitensport. 120 Teilnehmerinnen und
Teilnehmer, getrennt in einer Wertung für Läuferinnen und Läufer, hatte sich damals eingefunden. Ein Rückschlag
schien die Veranstaltung im folgenden Jahr zu nehmen. Lediglich 76 Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren zu zählen. Davon
ließen sich die drei Gründerväter nicht beirren und setzen ihre Arbeit zielstrebig und, wie man weiß, mit großen
Erfolg fort.
Im Jahre 1970 wurde die Veranstaltung erstmals nach den Richtlinien des Deutschen Leichtathletik Verbandes durchgeführt,
mit der Folge das die Frauen nicht zum 10 Kilometer Lauf zugelassen werden durften. Sie absolvierten stattdessen eine Strecke
von 2,2 Kilometern. Ein paar Jahre später wurde die Strecke über 10 Kilometer in das offizielle Programm aufgenommen, über die
20 Kilometer mussten sich die Frauen jedoch weiter heimlich in das männliche Teilnehmerfeld einreihen.
Über 1000 Teilnehmer brachten in den Anfangsjahren Marschgruppen der amerikanischen Armee, der Bundeswehr und von Feuerwehren.
Die Feuerwehren waren dabei in ihren vergleichsweisen leichten Arbeitsanzügen den feldmarschmäßigen ausgerüsteten Soldaten
regelmäßig voraus. Der Wettbewerb wurde deshalb nicht mehr weitergeführt. Das normale Wandern erfolgte noch einige Jahre
Verbindung mit dem Lauf und wurde in den 70er und 80er eine selbstständige Veranstaltung. Mit Beginn der 90er wurde
sie nicht mehr durchgeführt. Heute können Walker und Nordic Walker wieder beim Melibokuslauf über 10 Kilometer an den Start gehen.
Nach zehnjähriger Tätigkeit schieden Otto Berner, Rolf Rückert und Otto Schaffner aus dem Kreis der "Macher" aus. Von 1980 bis 1994
organisierte Ulrich Haack die Veranstaltung, von 1995 bis 1998 war Siegfried Neumann der Organisator. Derzeit ist wieder
einer der drei Begründer des Melibokuslaufs, Otto Berner, für die Durchführung der Veranstaltung veranwortlich.
Zwischenzeitlich hatte der Lauf im Erpel und am Alsbacher Sportgelände seinen Start- und Zielbereich. Aus verkehrstechnischen
Gründen ist er wieder in den Sperbergrund zurückgekehrt.
Bei all den Veränderungen, die der Melibokuslauf erlebte, sollte allerdings nicht vergessen werden, dass sich über die vierzig Jahre
immer wieder insgesamt hunderte freiwilliger Helferinnen und Helfer vom Roten Kreuz über die Freiwillige Feuerwehr bis hin
zu den Vereinsmitgliedern gefunden haben. Sie waren es, die durch ihr Wirken im Streckenverlauf und im Start und Zielbereich,
bei der Ausgabe von Speisen und Getränken, durch Kuchenspenden und an vielen anderen Stellen mehr diese vierzigjährige
Erfolgsgeschichte erst möglich gemacht haben.
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